Animato
Musik im Gespräch
           Junge Künstler spielen und erklären Musik
Hören und Erkennen mit Herz und Verstand – das ist das Ziel der Reihe „Animato“, die das Netzwerk Ludwig van B. 2017 gemeinsam mit dem Universitätsclub Bonn ins Leben gerufen hat. Im Beethovenjahr sollten vier herausragende junge Künstler „laut“ über Beethovens wichtigste Soloinstrumente nachdenken: die Violine, das Cello, den Gesang und selbstverständlich das Klavier. Welchen Bezug hatte Beethoven zum jeweiligen Instrument? Wie hat er dafür komponiert?  Das Netzwerk Ludwig van B. hat Preisträger des Wettbewerbs „Ton und Erklärung“ zu fünf anspruchsvoll-unterhaltsamen Gesprächskonzerten eingeladen. Der Kulturkreis des BDI als Träger des Wettbewerbs unterstützt die Reihe. Coronabedingt mussten die Solokonzerte ins Jahr 2021 verschoben werden (neue Termine siehe unten). Deshalb macht nun das ursprünglich als Abschluss gedachte Konzert den Anfang: Hier sind alle Soloinstrumente vereint - mit überraschenden Beethoven-Werken, die noch immer viel zu wenig bekannt sind: 


29. Oktober 2020,  19.00 Uhr im Collegium Leoninum, Noeggerathstr. 34 53111 Bonn


Milena Wilke (Violine)
Paul Rittel (Violoncello)
Toni Ming Geiger (Klavier)          
Rebecca Hagen (Sopran)
Nico Heinrich (Tenor)
Frederik Schauhoff  (Bariton)


ANIMATO: BEETHOVENS VOLKSLIED-BEARBEITUNGEN                               

Das Konzert verbindet die vier wichtigsten solistischen Beethoven-Stimmen in einem ungewöhnlichen Repertoire: Weitgehend unbeachtet hat sich Beethoven 10 Jahre lang mit Volksliedern beschäftigt, mit deren Bearbeitung ihn ein volksliedbegeisterter schottischer Verleger beauftragt hat. Fröhlich und traurig, frech und romantisch, witzig und pathetisch sind diese Lieder –ein riesiges emotionales Spektrum, dem Beethoven doch unverkennbar seine Handschrift verleiht. Irische, schottische, walisische Weisen und auch eine Sammlung kontinentaleuropäischer Lieder hat er für teils mehrstimmigen Gesang und Klaviertrio-Begleitung arrangiert. Ursprünglich als Abschluss gedacht, stellen Ihnen nun zum Auftakt herausragende junge Solisten aus unserem Netzwerk die 20 schönsten Songs vor.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind sehr erwünscht!
Reservierung erforderlich unter info@LudwigvanB.de


Die Reihe mit besonderen Gesprächskonzerten hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur musikalische Interpretation auf höchstem Niveau der Nachwuchsszene zu bieten, sondern auch musikalische Persönlichkeiten in ihrem Denken vorzustellen. Unterhaltsam, aber anspruchsvoll plaudern hier junge Musiker über ihre musikalischen Hintergrundrecherchen, aber auch über ihren ganz persönlichen Zugang zu ihrem Instrument und zu ihren musikalischen Vorlieben.


Der Eintritt ist frei, Spenden sind sehr erwünscht!
Reservierung erforderlich unter info@LudwigvanB.de


Hier die neuen Termine für die Beethoven-Solostimmen:

Sonntag, 7. März 2021, 19.00 Uhr im Collegium Leoninum, Noeggerathstr. 34 53111 Bonn

Elena Harsanyi (Sopran)
mit Toni Ming Geiger (Klavier)
ANIMATOBEETHOVENS GESANG

Während Beethovens Musik üblicherweise für ihre Grenzüberschreitungen bestaunt wird, werden ihr diese im Bereich Gesang bisweilen übel genommen  – bis hin zur Behauptung, Beethoven habe für Singstimme eigentlich gar nicht schreiben können und sie vielmehr wie ein Instrument behandelt. Nach welchen Prinzipien hat er für die Stimme komponiert? Wie ist das Verhältnis zwischen Text, Stimme und Klavier? Wo finden wir den ‚großen’ Beethoven in der kleinen Form? Elena Harsányi und Toni Ming Geiger diskutieren diese Fragen anhand ihrer persönlichen Favoriten von Beethoven aus Lied, Oratorium und Oper.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind sehr erwünscht!
Reservierung erforderlich unter info@LudwigvanB.de

Mittwoch, 21. April 2021, 19.00 Uhr im Universitätsclub Bonn, Konviktstr. 9 53113 Bonn

Milena Wilke (Violine)
mit Wataru Hisasue (Klavier)                                            
ANIMATO: BEETHOVENS VIOLINE
                                                                                                                 
Den Anfang macht die junge Geigerin Milena Wilke aus Berlin. Mehr noch als das vielseitige Klavier steht die Violine für das „Klassische“ in der Musik. Aber nicht nur, weil sie wie kein anderes Instrument den „langen Atem“ der Anfänger erfordert, sondern weil berühmte Violinsoli offenbar geeignet sind, biografische und literarische Legenden zu begründen. – Die Kreutzersonate – unspielbar? Die Violinromanzen – zu einfach? Auch mit dem Soloinstrument, das Beethoven schon in der Bonner Hofkappelle beherrschen lernte, hält sich der Komponist nicht an die Regeln der Kunst. Eine Ermutigung für die junge Geigerin, sich neben Beethovens „Violin-Legenden“ auch mit einer eigenen Komposition zu Wort zu melden.

Weitere „Animato“-Termine:



Donnerstag, 20. Mai 2021,  19.00 Uhr im Universitätsclub Bonn, Konviktstr. 9 53113 Bonn

                                                                                                        
Friedrich Thiele (Violoncello) 
mit Naoko Sonoda (Klavier)
   
ANIMATO: BEETHOVENS VIOLONCELLO
Der Eindruck, das Cello entspreche von allen Instrumenten am meisten der menschlichen Stimme, wurde wohl vor allem von Beethoven geprägt, denn vor der Klassik war das „kleine Bässchen“ eher im Hintergrund des Continuo zu hören. Schon beim jungen Beethoven emanzipiert es sich zu einer Solostimme, die alle stilistischen Phasen in Beethovens Schaffen zu formulieren vermag. Der frischgebackene ARD-Preisträger Friedrich Thiele spannt den Bogen von den populären frühen Zauberflöten-Variationen bis zum Spätwerk.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind sehr erwünscht!
Reservierung erforderlich unter info@LudwigvanB.de

Freitag, 18. Juni 2021, 19.00 Uhr im Collegium Leoninum, Noeggerathstr. 34 53111 Bonn
                                                                                                          
Till Hoffmann, Klavier 
ANIMATO: BEETHOVENS KLAVIER

Am Vorabend der heroischen Revolution…
Till Hoffmann, der schon mit vielen Preisen ausgezeichnete junge Pianist aus Hannover hat bei „Animato“ eine schwierige Aufgabe: Was kann man im meist-durch­leuchteten Werkbereich Beethovens, seinem Klavierschaffen jenseits der Allgemeinplätze noch erzählen? Schon vor dem „neuen Weg“ nach dem er in der Entstehungszeit der Eroica suchte, experimentierte Beethoven mit den klassischen Formen. Er kennt alle Regeln der Kunst, die virtuosen und die dramaturgischen, die er ganz nach Bedarf nutzt oder selbstbewusst überschreitet. Am Klavier, dem ihm am meisten vertrauten Instrument, probiert der Komponist sich immer wieder neu aus. Till Hoffmann bringt zwei Sonaten als musikalische Zeugen zu Gehör, die noch vor der berühmten „heroischen Phase“ entstanden:  op. 26 in As-Dur und op. 28 in D-Dur („Pastorale“).

Der Eintritt ist frei, Spenden sind sehr erwünscht!
Reservierung erforderlich unter info@LudwigvanB.de

Programmausschuss: 
Professor Dr. Günter Schulz (Vorsitzender des Universitätsclubs), 
Prof. Dr. Andreas Eckhardt (Präsident der Hindemith-Stiftung), 
Prof. Dr. Tobias Janz, (Leiter des Musikwissenschaftlichen Instituts der Univ. Bonn) 
Dr. Solveig Palm (Vorsitzende des Netzwerks Ludwig van B. e.V.) 



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bereits vorüber:



am Freitag, 15. November, 19.00 Uhr:

Hanna Bachmann, Klavier
Diabelli - Ausgerechnet?! - Beethovens Diabelli-Variationen





Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten



Donnerstag, 17. Mai, 19.00 Uhr 
Universitätsclub Bonn
Konviktstr. 9, 53113 Bonn

Elena Harsanyi (Sopran)
Toni Ming Geiger (Klavier)
Work in Progress – 
Wie ein Konzertprogramm entsteht.
 Sie haben sich schon öfter mal gefragt, warum gerade diese oder jene Stücke in einem Konzert zusammengestellt werden? Dann werfen Sie in der Gesprächskonzertreihe „Animato“ des Universitätsclubs in Kooperation mit dem Netzwerk Ludwig van B. und dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Bonn einen Blick in die Werkstatt eines Liedduos, das schon immer einen hochkarätigen, ja intellektuellen Anspruch an die eigene Programmgestaltung hatte: Elena Harsányi, Sopran, und Toni Ming Geiger, Klavier, beide aus Bonn stammend gingen sie im Studium verschiedene Wege: Toni studierte Klavier und Liedgestaltung in Köln, Elena Gesang in Saarbrücken und derzeit in München. Das gemeinsame Interesse an ausgeklügelten Programmen hat sie seit einigen Jahren zusammengebracht. Die beiden sind aber nicht nur musikalische Denker, sondern wissen als herausragende Interpreten ihrer Fächer auch, dass man Musik nicht nur mit dem Kopf macht. Am 17. Mai entwickeln Sie vor den Ohren Ihres Publikums im Gespräch ein neues Liedprogramm. Welche Stücke das dann sein werden, wissen sie selbst noch nicht, aber selbstverständlich hat auch hier der anspruchsvolle Genuss für das Publikum oberste Priorität. – Freuen Sie sich auf einen weiteren überraschenden Abend mit Musik. Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über angeregtes Weiter-Sprechen nach dem Konzert bei einem Glas Wein.  Programm wird noch bekannt gegeben
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Programm 2018:

Donnerstag, 24. Mai, 19.30 Uhr 
Universitätsclub Bonn
Konviktstr. 9, 53113 Bonn

Wahlverwandtschaften

Aus welchem Holz…? –
Musikalische Ahnenforschung
in der neueren Geschichte der Violinsonate








Judith Stapf, Violine und Moderation

Saeko Kitagawa, Klavier
Spielen Werke von Gabriel Fauré, Eliott Carter und Aaron Copland
Musikalische Wurzeln und Verzweigungen möchte die junge Geigerin der Barenboim-Zaid-Akademie Judith Stapf im Gesprächskonzert der Universitätsclub-Reihe mit dem Netzwerk Ludwig van B. erforschen:


Warum wird einer Geiger – und aus welchen „Eltern“ wird ein Geigenwerk geboren? Judith, Tochter einer Sängerin und eines Pianisten, hat sich schon fast vor dem Sprechen selbständig für ihr Instrument 


entschieden. Die Violine und ihre Möglichkeiten kennenzulernen war ihr schon immer wichtiger als alles andere.
Nahezu jeder zur Klassik neigende Komponist hat für dieses Instrument komponiert, das in großen Gruppen den „Sound“ eines Orchesters bestimmt. Etliche Klassiker waren im 19. Jahrhundert auch für die Weiterentwicklung der solistischen Violine bestimmend, aber nur bei den wenigsten gehören die Violinsonaten zu ihren wichtigsten Werken.

Judith Stapf spricht über Lehrer- und Schülerbeziehungen, über Bewunderung, Annäherung und Abgrenzung, über Zuneigung und Zueignung. Dabei kommt einer Frau, nämlich der charismatischen Komponistin und Dirigentin Nadia Boulanger eine besondere Rolle zu.

Der Eintritt ist frei
Anmeldung: info@LudwigvanB.de

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Am 15. März fand statt:




Musikalische Dreifaltigkeit
Wie wird (man) und was ist ein Klaviertrio?

 Foto: Joachim Müller-Klink

13,14,15 Jahre waren sie alt, als sie zum ersten Mal das Bonner Publikum begeistert haben. Jetzt, nur zwei Jahre weiter, wird ihnen schon eine große Zukunft vorhergesagt: Das noch blutjunge Bellevue-Trio aus Münster ist vor allem deshalb ein ungewöhnliches Ensemble, weil es schon in so jungen Jahren – neben solistischen Spitzenleistungen - als Klaviertrio Triumphe feiert.

Erleben Sie die jungen Ausnahme-Musiker

Sonja Kowollik (Klavier), Leon Stüssel (Violine) und John Hendrick Mackenroth (Violoncello)
mit
W.A. Mozart: Klaviertrio B-Dur, KV 502
Felix Mendelssohn B.: Klaviertrio d-Moll op. 49

Am Donnerstag, 15. März 2018, 19.30 Uhr
Im Universitätsclub Bonn, Konviktstr. 9, Bonn

Die neue Reihe mit besonderen Gesprächskonzerten, die der Universitätsclub Bonn gemeinsam mit dem Netzwerk Ludwig van B. ins Leben gerufen hat, hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur musikalische Interpretation auf höchstem Niveau der Nachwuchsszene zu bieten, sondern auch musikalische Persönlichkeiten in ihrem Denken vorzustellen. Unterhaltsam, aber anspruchsvoll plaudern hier junge Musiker über ihre musikalischen Hintergrundrecherchen, aber auch über ihren ganz persönlichen Zugang zu ihrem Instrument und zu ihren musikalischen Vorlieben.

Diesmal sind es zwei Meisterwerke der Klaviertrio-Literatur, die nicht nur mit Instrumenten, sondern auch im Gespräch interpretiert werden: Ganz allmählich und langfristig hat sich das Bellevue-Trio mit einem Werk befasst, das für Viele den Gipfelpunkt der Gattung darstellt: In Mendelssohns d-Moll-Trio sind die emotionalen und dramatischen Ausdrucksmöglichkeiten, aber auch die technischen Anforderungen „zum Niederknien“ zugespitzt und vollendet, die alles bisher Gewesene (sorry, Beethoven!) in den Schatten stellen. Auffällig ist die ständige Präsenz des Klaviers, das dennoch eine ganz andere Rolle einnimmt, als in der frühklassischen Entstehungszeit der Gattung: es lässt die Streichinstrumente gleich zu Anfang als Stimmführer in den Vordergrund treten. Wie anders war das noch in Mozarts Auffassung, als es zunächst galt, die Streichinstrumente aus ihrer bloßen Begleitfunktion zu emanzipieren…
Welchen Sinn eine dreistimmige musikalische Kommunikation überhaupt hat, und wie man sich schon als ganz junger Musiker im Triospielen emanzipieren kann – darüber geben die drei Solisten in erfrischender Weise Auskunft.

Der Eintritt ist frei,
wir bitten aber um Reservierung
unter info@LudwigvanB.de

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 Schon im November 2017 fand statt:


Knut Hanßen, Klavier


 

Was heißt hier heroisch?

Beethovens „neuer Weg“ – hörbar und sichtbar in Klavierwerken und in Beethovens Notenbild

Beethovens halbstündiges Klavierwerk „Eroica-Variationen“ Es-Dur op. 35 steht im Mittelpunkt von Knut Hanßens Programm, das Beethovens radikal-persönlichen kreativen Kompositionsprozess anhand eines immer wieder verwendeten Themas illustriert.

Knut Hanßen absolvierte in diesem Sommer neben seinem Dirigierstudium auch das Konzertexamen für Klavier mit Auszeichnung und erforscht rund um seine Interpretationen stets die Rekonstruktion musikalischer Entstehungs- und Entwicklungsprozesse. Neben zahlreichen hochkarätigen Meisterkursen, Stipendien und Auszeichnungen erhielt er zuletzt den Steinway Förderpreis sowie in Bonn den hoch dotierten „Brüser Berger Musikpreis“.

Anhand von Beethovens Autographen zeichnet er die überraschende „Wanderung“ des berühmten Motivs durch verschiedene Stücke bei Beethoven nach – vom Gesellschaftstanz über Ballettmusik und Klaviervariationen zum Herzstück im Finale der „Eroica“-Sinfonie.
Der Universitätsclub eröffnet mit diesem Konzert eine Veranstaltungsreihe mit dem Netzwerk Ludwig van B., in dem Musikstudierende nicht nur zu Konzerten eingeladen werden, sondern in dem sie durch ihren jeweils persönlichen und fachlichen Zugang  zum „Sinn und Unsinn“ von Musik als Musikerpersönlichkeiten erkennbar werden.